Cradle-to-Cradle – Von der Wiege zur Wiege

Ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus, rein aus Massivholz bestehend, kann vollständig in seine Einzelteile zerlegt und im Wald verstreut werden, ohne diesem Schaden anzurichten.

Ein kompostierbares T-Shirt ohne unverwertbare und giftige Stoffe.

Ein Containerschiff dessen Baustoffe so miteinander verbunden sind, das sie sich bei einer Demontage leicht wieder voneinander trennen lassen.

Dies sind nur einige Beispiele eine für eine umweltfreundliche Herstellung von Produkten, bei der sich das Material komplett wiederverwerten lässt. Die Rede ist von „Cradle-to-Cradle“ (C2C) übersetzt „von der Wiege zur Wiege“.

Cradle-to-Cradle Zertifikat

Dabei werden die für die Herstellung von Produkten nötigen Wertstoffe zurückgewonnen und in biologische oder technische Kreisläufe zurückgegeben. So entsteht ein geschlossenes Kreislaufsystem, in dem die Wertstoffe zirkulieren und zu neuen Produkten verarbeitet werden.

Bei diesen Produktionsverfahren bleibt die Qualität der Rohstoffe über mehrere Lebenszyklen erhalten. Die Natur dient dabei als Vorbild: aus den herabfallenden Blüten eines blühenden Baumes entstehen neue Bäume oder sie dienen als Nährstoffe für andere Organismen. Dabei wird zwischen zwei Systemen unterschieden: Verbrauchsgüter im biologischen Kreislauf und Gebrauchsgüter im technischen Kreislauf.

Biologischer Kreislauf

Beim biologischen Kreislauf werden Verbrauchsgüter wie u.a. Naturfasern und Kosmetikprodukte zu biologischen Nährstoffen zersetzt und fördern damit biologische Systeme wie z.B. das Pflanzenwachstum. Alle nachwachsenden Rohstoffe dienen als Basis für neue Produkte.

Technologischer Kreislauf

Beim technischen Kreislauf werden Gebrauchsgüter wie u.a. Fernsehgeräte und Autos nach Ende der Nutzungsdauer zu technischen Nährstoffen zerlegt und für die Herstellung neuer Produkte genutzt.

Somit wird durch den Cradle-to-Cradle Ansatz die Wirtschaftlichkeit im gesamten Wertschöpfungszyklus optimiert. Dieser Ansatz erfordert ein Umdenken weg vom linearen Denken (Cradle-to-Grave) hin zu zum Denken in Kreisläufen, wodurch weltweit Diskussionen anregt werden.

Woher kommt das Konzept „Cradle-to-Cradle“?

Albin Kälin gilt als Pionier im Bereich des Cradle-to-Cradle. Der gelernte Textilkaufmann war mehr als 20 Jahre lang Geschäftsführer bei der Rohner Textil AG in der Schweiz. Unter seiner Führung entwickelte das Unternehmen 1993 in Zusammenarbeit mit EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) die Produktlinie Climatex und brachte damit die ersten Cradle-to-Cradle-Artikel weltweit auf den Markt. Es handelt sich dabei um kreislauffähige Textilien, die so konzipiert sind, dass alle verwendeten Materialien am Ende des Lebenszyklus sortenrein getrennt und wiederverwendet werden können. Eben von der Wiege zur Wiege.

Seit 2005 ist Albin Kälin Geschäftsführer bei EPEA, einem Forschungs- und Beratungsinstitut, das Unternehmen in verschiedensten Tätigkeitsfeldern bei der Entwicklung und Umsetzung von Cradle-to-Cradle Design Konzepten unterstützt. EPEA ist außerdem akkreditierter allgemeiner Gutachter für die Cradle-to-Cradle Certification.

Die Marke Frosch Reinigungsmittel der Werner & Mertz GmbH arbeitet beispielsweise mit EPEA an der Optimierung von Rohstoffen, Rezepturen und Verpackungsmaterialien, um Reinigungsmittel nach dem Prinzip des Cradle-to-Cradle zu entwickeln. Die Firma Giroflex bietet seit 2010 mit dem Cradle-to-Cradle Zertifikat ausgezeichnete Bürostühle an. Von den Kunststoffrollen über die Gasfeder bis zum Stoffbezug können hier alle Materialien recycled oder biologisch abgebaut werden. Von der Wiege zur Wiege.

Mehr Informationen zu diesem spannenden Thema darf man bei dem Vortrag von Albin Kälin am 29.05.2015 an der Universität Konstanz erwarten.

Quellen vom 25.05.2015:http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/cradle-to-cradle-c2c-recycling-von-produkten-verbessern-a-1013199.html

http://epeaswitzerland.com/cradle-to-cradle/

http://www.epeaswitzerland.com/epea-history/

http://www.climatex.com/marke/geschichte/

http://www.epea-hamburg.org/de/content/epea-gmbh

http://www.epeaswitzerland.com/frosch/

http://www.epeaswitzerland.com/giroflex/

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