Soziale und politische Aspekte der Textilproduktion – am Beispiel Indien

Fair denken. Nachhaltig Handeln. Einzigartig sein.

Das verspricht das Konzept der Kleidungslinie Joyup Saree. Doch ist es überhaupt möglich die drei Ziele des Slogans in der Textilbranche umzusetzen, nach allem, was wir bisher über Nachhaltigkeit erfahren haben? Und wenn ja, wie gelingt die Umsetzung?

Die Bekleidungsingenieurin Claudia Lehel hat sich nach langjähriger Tätigkeit im Bereich des Produktmanagements im Jahre 2013 mit ihrem Label Joyup Saree selbstständig gemacht. Das gesamte Sortiment ist in drei verschiedene Kategorien aufgeteilt: exotisch, glamourös, sowie lässigem Charme und soll somit deutlich zeigen, dass sich Kunden mit einem Bewusstsein für Mode angesprochen fühlen sollen. Doch was lässt sich aus dem Namen ihres gegründeten Unternehmens ableiten?
Dass es sich hierbei einerseits um eine Vereinigung von Nachhaltigkeit und Mode handelt, welche den Kunden Freude bereiten und gleichzeitig auf die besondere Charakteristika des verwendeten Materials verweisen soll: dem Sari.

Der Sari wird in seinem Heimatland Indien lediglich einmalig zu Feierlichkeiten oder Zeremonien getragen, bevor er trotz unersichtlicher Gebrauchsspuren entsorgt wird. Die Gründerin des Labels hat sich nun darum bemüht die Lebenszeit eines solch einzigartigen Stoffes zu verlängern, indem sie diese regelmäßig vor Ort aufkauft. Die sogenannten SecondHand Saris wurden daraufhin folgenden Arbeitsschritten unterzogen:

Reinigung
Trocknung
Reparaturen
Weiterverarbeitung

Es entstand somit ein sechs Meter langes Material, welches problemlos für die textile Weiterverarbeitung genutzt werden konnte. Dieser Prozess ist heutzutage ebenfalls unter dem Begriff des Upcyclings einzuordnen.

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Was ist der Unterschied zwischen Recycling und Upcycling?

Beim Recyceln werden Produktions- und Konsumabfälle wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt, während beim Upcycling aus dem Material hochwertige Endprodukte produziert werden. Die Vorteile bei zweit genanntem sind, dass zum einen weniger Energie bei der Verarbeitung benötigt wird, Ressourcen geschont werden und dem „Abfall“ nach seiner Produktion ein neuer Zweck zugeschrieben werden kann.

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Doch nicht nur im Bereich der Textilproduktion wurde in dieser Hinsicht nachhaltig gehandelt, sondern auch in sozialer.

Die Gründerin des Joyup Saree steht in engem Kontakt mit der Fairhandelsorganisation SASHA, welche sich dafür stark macht, dass die Schneiderinnen nicht nur sorgfältig eingearbeitet werden, sondern auch unter rechtmäßigen Bedingungen ihre Arbeit verrichten können, während gleichzeitig ihre Fähigkeit und Kreativität gefördert wird.
Frau Lehel selbst ist ebenfalls regelmäßig in Indien zu Besuch, um sich selbst ein Bild über die Situation machen zu können und neuen Stoff für die Weiterverarbeitung auszuwählen. Als Beispiel für den persönlichen Umgang mit ihren Angestellten kann man auf der offiziellen Facebookseite des Joyup Sarees einen Kurzbericht lesen, in dem sie das Design der neuen Papiertüten mit den Arbeiterinnen vor Ort entwickelt und gestaltet. Die Verpackungsidee wurde von dem Kauf einer Blumenkette inspiriert, da diese in Bananenblätter gehüllt eine liebevolle Geste des Geschenkes symbolisierten. Eben diesen Eindruck sollten die handbedruckten und recycelten Papiertüten ihren Kundinnen vermitteln.
Letzten Endes sollte jedoch auch erwähnt werden, dass trotz der zahlreichen und positiven Fakten auf der Website des Unternehmens, die Bereitschaft auf offen legen von Hintergrundwissen besteht. Die Transparenz des Unternehmens wird dadurch nicht nur durch die gegebenen Informationen, sondern auch durch die Verfügungsstellung von betrieblichen Fakten gewährleistet.
Somit lässt sich das Konzept des Joyup Sarees als vorbildliche Alternative der nachhaltigen Textilproduktion betrachten, da die Faktoren: Soziales, Ökologie und Wirtschaft in jeglicher Hinsicht bedacht werden. Soziales wird hinsichtlich der Kooperation mit der Fairhandelssorganisation als erster Faktor des erfüllt. Die Ökologie wurde durch die Anwendung des Upcycling Verfahrens berücksichtigt, während wirtschaftlich ebenfalls nur innerhalb der natürlichen Grenzen gehandelt wird. Für die Einhaltung des letzt genannten Punktes ist die WTFO -World Fair Trade Organization- zuständig, welche als Mutterorganisation von SASHA betrachtet werden kann.

Der Slogan Fair denken. Nachhaltig Handeln. Einzigartig sein. kann mit dem bereits vermittelten Wissen als erfüllt anerkannt werden.

http://www.joyupsaree.de/
http://fairschnitt.org/index.php/ziele
https://www.facebook.com/joyupsaree?fref=photo
http://www.nachhaltigleben.ch/themen/wohnen-haushalt/oeko-moebel/recycling-moebel/upcycling-1607
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/recycling.html

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