Mc Donald’s – Der Region zuliebe !???

verfasst von Selina Prümm im Rahmen des Blockseminars “Alles grün, alles gut?“

„Unsere Lieferkette: Qualität, Nachhaltigkeit und Markenvertrauen gehören zusammen“

„Hinter der Marke McDonald’s steht eine komplexe Lieferkette. Sie beruht auf partnerschaftlichen und langfristigen Geschäftsbeziehungen sowie einem gemeinsamen hohen Qualitätsverständnis. Wir beziehen rund zwei Drittel unserer Rohwaren aus Deutschland. Das zahlt sich positiv auf die Frische unserer Zutaten aus und unterstützt die Landwirtschaft in Deutschland. Kurze Transportwege schonen dabei die Umwelt. Bei Rohwaren, die wir nicht aus Deutschland oder Europa beziehen können, setzen wir auf etablierte Gütesiegel, um wichtige ökologische und soziale Anforderungen einzuhalten.“[i]

Jeder kennt die amerikanische Fast Food Restaurant-Kette McDonalds. Kein anderer Konzern ist so oft bei der Kritik rund um Nachhaltigkeit, Umwelt und Tierschutz an erster Stelle. Trotzdem wirbt McDonalds mit regionaler Verbundenheit zur Natur sowie zur Gesellschaft. Auch stellt es jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht zur Einsicht zur Verfügung. Seit 2016 wirbt das Unternehmen mit seiner neuesten Kampagne „Sourcing, Food, Planet, People, Community: Good Food! Fast!“[ii] Doch ist Fast Food nicht der Inbegriff eines billigen, unnachhaltigen Lebensstils – einer imperialen Lebensweise, die auf der Ausbeutung von Arbeitskraft und Natur beruht?

„Wir kaufen für euch nur das Beste ein!“

Keine Frage, McDonalds führt eine ausgefeilschte und bedachte Marketingstrategie, um auch wirklich den noch so kritischen Gegner zu überzeugen (vgl. Kooperation mit Greenpeace[iii]).  Der Schwerpunkt dieser grünen Marketingstrategie ist vor allem die Aufmerksamkeit auf die regionale Lieferkette. Das Unternehmen (Bezug auf Deutschland) unterstützt die deutsche Landwirtschaft hinsichtlich der Sicherung der Herkunftsquoten. So heißt es, ein möglichst „inländischer Einkauf zahle sich positiv auf die Frische der Zutat sowie auf einen kurzen Transportweg“ zugunsten der Umwelt aus[iv]. Doch wie genau definiert McDonalds Regionalität und kurze Transportwege? Ist der Salat aus Spanien in Deutschland regional, obwohl der Transportweg innerhalb der EU verlief? Oder ist die Gurke aus dem Spreewald im Konstanzer McDonalds auch noch immer regional?

Steigende Rohwarenpreise

Laut McDonalds steigen die landwirtschaftlichen Rohwarenpreise aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung, insbesondere der zunehmende Wohlstand in Asien lassen die Nachfrage nach Konsumgütern drastisch ansteigen[v]. Die Flächennutzungskonkurrenz ist unter anderem eine Folge dessen: Der Konflikt Teller versus Tank bzw. Trog ist hier zentral: Teller versus Tank bedeutet, dass die Preise wegen so viel Flächenverbrauch durch Agrartreibstoffproduktion ansteigen. Und Teller versus Trog meint, dass so viele Nahrungsmittel als Futtermittel für Tiere verwendet werden. D.h. hier geht es nicht um zu viele Menschen, sondern um zu viel Tierproduktkonsum. Darum gibt das Unternehmen vor, starken Wert auf Innovation und Verantwortung in der komplexen Lieferkette zu legen. So ist die neueste europaweite Initiative: McDonald´s Agricultural Assurance Programm – MAAP; siehe Verweis iii) bestehend aus lokalen, nationalen und internationalen (in)direkten Lieferanten. Dies geschehe entlang einer Wertschöpfungskette mit unendlich vielen Gütesiegeln. Mit denen die Gesellschaft im Grunde allerdings gar nichts anfangen kann. Es existieren sehr viele solcher Zertifikate, wobei hier die Frage besteht, unter welchen Bedingungen und von welcher Organisation das Unternehmen dieses Gütesiegel erhalten hat.

Schmückung mit unendlich vielen Daten und Fakten

„Kartoffeln sind mengenmäßig die größte Rohwarengruppe. 2015 wurden für McDonald’s Deutschland rund 114.000 Tonnen Kartoffeln verarbeitet. 73 Prozent davon stammten aus Deutschland, größtenteils aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die übrigen 27 Prozent kamen aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich.“ Siehe Verweis iv

Oder ein anderes Beispiel wäre der saisonale Einkauf von Salat und Tomaten, wobei 36 Prozent davon aus Deutschland und die restlichen 64 Prozent aus europäischen Ländern importiert werden. Die Tomaten stammen zu 92 Prozent aus Europa, die restlichen 8 Prozent werden aus Marokko, Tunesien und den USA bezogen. McDonald´s argumentiert dies so, da sie in den Wintermonaten auf außereuropäische Rohwaren zurückgreifen müssen (vgl. Verweis iv). Hier ist es einleuchtend, dass saisonale nicht gleich regionale Rohware bedeutet. Doch gelten Tomaten aus Südspanien überhaupt noch als regional?

McDonalds ist ein globaler Konzern, der sich mit Hilfe von spezialisierten Mitarbeiterteams in fast jedem Bereich bestens vorbereitet hat und eine dementsprechend geschulte Marketingstrategie führt. Somit ist der Konzern gegen negative Kritik von außen bestens gewappnet. Das Unternehmen versucht sein Image immer weiter aufzupolieren und ist auf die Bedürfnisse der Gesellschaft angewiesen. Vor allem die Landwirtschaft leidet unter der Marktmacht des Großkonzerns, indem sie gezwungenermaßen mit dem globalen Riesenkonzern kooperieren muss, da sie ansonsten bankrott und nicht mehr existenzfähig wäre. McDonalds hat auf dem internationalen Weltmarkt ein sogenanntes Markt- und Machtmonopol. Der Konzern kann in gewisser Weise die Preise bestimmen und schürt einen enormen Preiskampf. McDonalds steht für den puren Luxus der Bequemlichkeit in unserer heutigen schnelllebigen Zeit. Was sich daher ändern muss, sind nicht noch bessere Greening-Strategien des Großkonzerns, sondern unsere Lebensweise, damit die Chance besteht, unsere zukünftigen Lebensgrundlagen zu erhalten und den Klimawandel zu verhindern. Doch das liegt ganz alleine in unserer Hand! Wenn jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten seine Denkweise und seine Alltagspraktiken zu Gunsten der Umwelt verändern würde, so hätten wir vorerst einen großen Schritt in eine grünere Welt gemacht.

 

QUELLEN:

[i]  Homepage von Mc Donald´s: Nachhaltigkeitsbericht von 2015: file:///C:/Users/Anwender/Documents/Mc%20Donald%C2%B4s%20Green%20Economy/McDonalds_CR-Report_kompakt_2015_DE.pdf

[ii]  https://www.mcdonalds.de/uber-uns/unsere-handlungsfelder?target=sourcing-food&linkId=2

[iii]  Interview mit Deutschland-Chef von McDonalds Bane Knezevic: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fast-food-kette-mcdonald-s-ist-nicht-gruen-a-804272.html

[iv] Ausführlicher Nachhaltigkeitsbericht von 2015: file:///C:/Users/Anwender/Documents/Mc%20Donald´s%20Green%20Economy/McDonalds_CR-Report_2015_DE.pdf

[v]            Siehe Verweis iv

Foto: Pixabay

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