Was Glück mit Nachhaltigkeit zu tun hat

verfasst von Hannah Enslin im Rahmen des SQ-Seminars “ Klima gerecht schützen? Globale Gerechtigkeit im Klimadiskurs“

Schon wieder ein Text über Nachhaltigkeit. Wie fühlst du dich dabei?
Wir befinden uns im Zeitalter des Anthropozän, was bedeutet, dass wir Menschen die bisherige Funktionsweise dieses Planeten in einer messbaren Weise verändert haben (Leichenko & O’Brien, 2008). Nicht nur unser Klima verändert sich, auch an anderer Stelle hat unser Planet die Grenzen seiner Belastbarkeit erreicht (Steffen et al., 2015.) Machen wir so weiter wie bisher, ist das Weiterbestehen der Menschen auf diesem Planeten gefährdet (European Commission, 2015). Und wir wissen auch: Die Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden schon jetzt am meisten darunter, können am wenigsten zu den nötigen Veränderungen hinführen und können sich am wenigsten gegen die Folgen schützen.
Wenn ich das höre, fühle ich mich frustriert, schuldig und habe Angst vor der Zukunft. Ich höre und sehe, welche Konsequenzen wir als Menschheit zu befürchten haben, welche Ungleichheit herrscht und was ich alles nicht tun sollte (Sachen in Plastik kaufen, fliegen, Auto fahren,..).Und dann habe ich keine Lust, mich überhaupt noch mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit zu beschäftigen, obwohl ich weiß, dass es eigentlich nicht okay ist, mich nicht darum zu kümmern. Zwar bin ich nicht Schuld an dem, wie es jetzt ist. Aber ich weiß, ich habe eine Verantwortung für das, was ich hier mache und wie es sein wird. Wenn ich diese Verantwortung nicht wahrnehme, mache ich mich schuldig.
Meine Motivation ist also bei Null. Die Lücke zwischen dem, was ich eigentlich möchte (gerecht leben, Natur erhalten) und dem was ich unweigerlich tue (auf Kosten Anderer leben, Planet zerstören) ist zu groß. Das zerrt an meinem Selbstbild und an meiner Weltsicht. Ich muss also entweder alles bei Seite schieben und verdrängen – oder etwas tun. Aber was, wenn ich das Gefühl habe, es ist alles viel zu viel?
Ich versuche, mich an meinen Optimismus zu klammern und diese weltweite Krise als eine Chance zu sehen. Sicher ist, es wird sich für die meisten Menschen auf der Welt fast alles verändern. Die Frage und damit die Chance ist: Wie soll es sich verändern? Wir alle können uns im Angesicht der sicher anstehenden Veränderung damit auseinandersetzen, wie wir in Zukunft leben wollen. Statt nur die Folgen der Krise zu verringern also zu fragen, auf welches Ziel wir eigentlich hinarbeiten.
Und das trifft gleich eine ganz persönliche Frage: Wie will ich eigentlich leben? Was ist mein individuelles Lebensziel? Und was könnte ein Ziel für alle sein?
Ein Ziel, auf das sich vielleicht viele einigen könnten, ist „glücklich sein“. Das klingt erstmal vereinfacht, obwohl es natürlich schwer zu erreichen ist. Aber wäre das als Ziel so absurd?
Schaue ich mir den durchschnittlichen Tag eines Menschen an, der 8 Stunden schläft und ebenso viel arbeitet, verbringt er die Hälfte seiner Zeit mit Arbeit. Soviel, wie durchgehend wohl kaum mit etwas anderem. Für diese investierte Zeit wird der Mensch wiederum mit Geld entlohnt. Diesen Handel zwischen Zeit und Geld mache ich mir selten so richtig bewusst. Ich denke nicht: Ist mir ein freier Tag so viel Geld wert, wie ich an diesem Tag verdienen könnte? Ist mir das Essen, das ich gerade kaufe, meine zwei Stunden Arbeit wert? Wäre mir das Treffen mit Freunden mehr wert oder das Geld, das ich in dieser Zeit verdienen könnte?

Macht es mich glücklich, weniger zu arbeiten?
Fragt man Menschen ganz gezielt nach „Zeit oder Geld, was ist für euch wertvoller?“, wählt ein Großteil der Menschen das Geld. Schaut man sich jedoch an, welche Menschen in dieser Befragung die glücklichsten sind, sind es diejenigen, die Zeit als wertvoller erachten. Dieser Effekt bleibt stabil, auch wenn statistisch kontrolliert wird, wieviel Geld und Zeit die Menschen tatsächlich haben, woher sie kommen, wie alt sie sind und so weiter. Das heißt, der Unterschied zwischen den glücklicheren und den weniger glücklichen Menschen liegt hier darin, ob sie Geld oder Zeit für wertvoller halten (Hershfield, Mogilner, & Barnea, 2016).
Dafür gibt es vermutlich mehrere Gründe. Insgesamt denken Menschen mit einen „Zeitfokus“ anders über die Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen und setzen sie auch anders ein. Zeit hat erstmal jeder, während Geld, außer es ist in großen Mengen vorhanden, oft „nicht genug“ ist. Menschen mit „Zeitfokus“ sind also erstmal sehr viel wohlhabender als Menschen, denen Geld wichtiger ist.
Diese Ressourcen kann man auch unterschiedlich einsetzen: In einer anderen Studie waren die Menschen glücklicher, die Zeit in Beziehungen zu anderen Menschen und Erfahrungen investieren, als die, die Geld in Dinge investierten (van Boven & Gilovich, 2003). Es macht also einen Unterschied, ob ich meinen Fokus auf Zeit oder Geld lege und wie ich mit meiner Zeit umgehe.
Es macht aber auch einen Unterschied, wofür ich mein Geld ausgebe. Und auch hier zeigt sich, wie wichtig Zeit und Erfahrungen für unser Glück sind. So macht es uns glücklicher, unser Geld für Erlebnisse auszugeben, als für Dinge. Das liegt daran, dass wir uns schnell an Dinge gewöhnen, die wir besitzen und sie dann nicht mehr wertschätzen (Gilovich & Kumar, 2015).
Das nennt sich hedonistische Tretmühle: Wir passen uns so schnell an einen neuen Lebensstandard an, dass dieser uns nicht in der erwarteten Weise glücklicher macht (Studie dazu: https://anchukoegl.com/studie-glueck/). Oft im Gegenteil: Wurde der neue Lebensstandard durch eine längere Arbeitszeit oder einen stressigeren oder weiter entfernten Arbeitsplatz erkauft, kann es gut sein, dass wir eigentlich insgesamt weniger glücklich sind und es gar nicht merken.
Geld und den damit erworbenen Produkten viel Bedeutung beizumessen, wird auch als Materialismus bezeichnet. Unsere Gesellschaft heute in Europa ist sehr materiell geprägt, doch das macht uns nicht glücklich. Tatsächlich gibt es viele Ergebnisse, die auf das genaue Gegenteil schließen lassen: Menschen, denen materielle Dinge wichtig sind, sind weniger glücklich und weniger zufrieden mit ihrem Leben (Burroughs & Rindfleisch, 2002; Richins & Dawson, 1992).
Zusammengefasst: Auf Geld zu verzichten und stattdessen in Zeit zu investieren, macht glücklicher. Vor allem dann, wenn man diese Zeit für andere einsetzt. Und damit klingt der Verzicht auf Vollzeit Arbeit für mich nicht mehr so abwegig wie er vielleicht anfangs war. Ich meine damit nicht, dass Arbeit an sich eine schlechte Sache ist. Arbeit kann sehr erfüllend sein, gibt Menschen eine Aufgabe und Möglichkeit, ihre Fähigkeiten einzusetzen. Mir geht es darum, sich bewusster für diesen Einsatz meiner Zeit gegen Geld zu entscheiden. Denn wenn ich mich frage, was meine Lebensqualität ausmacht, dann ist es nicht das Geld. Ein Konzept, das sich mit dem Wertschätzen von Zeit auseinandersetzt heißt „Zeitwohlstand“. Andere haben dieses Konzept schon wunderbar in Worte verpackt, weswegen ich nur auf untenstehende Websites und das frei zugängliche Buch „Zeitwohlstand“ verweisen möchte.
Um eines noch zu sagen: Mir ist klar, dass ich aus einer privilegierten Position heraus auf diese Frage schauen kann. Und das erst ab einer gewissen finanziellen Sicherung Geld weniger wichtig werden kann. Ich glaube aber, dass es befreiend sein kann, Geld weniger Wert beizumessen. Und das sich zu wenige Menschen der Frage konkret stellen: Was ist mir mehr wert und was macht mich glücklich?
Welche Veränderung das für dein eigenes Leben sein könnte, lässt sich leicht ausprobieren: Denk doch mal an die Stunden, die dir heute noch zur Verfügung stehen. Denk daran, wieviel diese Lebenszeit dir wert ist. Und in was du sie gerne investieren möchtest: In deinen Abschluss für die Uni und Bildung (eine Hausarbeit, lernen, Mails schreiben)? Oder in Nahrung für deinen Körper (einen Kuchen backen, aufwändig kochen)? In deine Beziehungen (Freunde anrufen, sich bei deiner Familie melden, dich bei einem wichtigen Menschen bedanken)?
Wenn ich in dieser Weise darüber nachdenke, bin ich extrem dankbar für mein Leben und die Menschen darin. Was mich zu einem zweiten, wichtigen Punkt bringt.

Macht es mich glücklich, dankbarer zu sein?
Ein Grund, weswegen Menschen mit „Geldfokus“ weniger glücklich sind, ist, dass sie im Schnitt auch weniger dankbar sind (Tsang, Carpenter, Roberts, Frisch, & Carlisle, 2014). Dankbarkeit ist aber schon bei Kindern ein relevanter Faktor für Zufriedenheit und Glücklichsein (Park & Peterson, 2006).
Mit Dankbarkeit ist die Einstellung gemeint, das eigene Leben wertzuschätzen. Die Tendenz, Privilegien und alles Gute was einem als Mensch widerfährt als selbstverständlich anzusehen, macht weder zufrieden noch glücklich. Wer sich in Dankbarkeit übt (ja, das kann man üben), kann dieser Tendenz entgegenwirken. In Studien konnten Dankbarkeitsübungen außerdem helfen, Ziele besser zu erreichen und sich nachhaltig zu motivieren etwas zu verändern. Im Gegensatz zu Schuldgefühlen motiviert Dankbarkeit dazu, den Menschen, die unser Leben ermöglichen, etwas zurückgeben zu wollen (Whillans, Weidman, & Dunn, 2016).
Durch Werbung, facebook und instagram sind viele Menschen Bildern ausgesetzt, die ein bestimmtes Lebensgefühl verkaufen wollen. Häufig transportieren diese Bilder unrealistische und alltagsfremde Ideale. Dankbarkeit hilft mir auch dabei, zu sehen, was ich habe und damit zufrieden zu sein. Dann können mich diese Bilder weniger leicht ablenken, von den Dingen, die mich eigentlich glücklich machen, aber vielleicht weniger „gut aussehen“.
Wenn ich mich in Dankbarkeit übe, kann ich erkennen, dass ich für viele Dinge in meinem Leben nicht den Verdienst in Anspruch nehmen kann. Viele meiner Privilegien beruhen auf der Großzügigkeit, der Unterstützung oder den Opfern anderer Menschen. Dankbarkeit soll keine Schuldgefühle hinterlassen. Genauso wichtig ist es jedoch, nicht an dem Punkt stehen zu bleiben, einfach nur mit mir selbst und meinem Leben zufrieden zu sein. Dankbarkeit nimmt mir nicht meine Motivation, Probleme anzugehen, sondern kann diese noch stärken (für eine kritische Diskussion s. untenstehende Links). Denn mit dem Erkennen, was und vor allem wer zu meinem Leben und meinen Möglichkeiten beiträgt, kommt auch der Wunsch auf, mich mit Gerechtigkeit zu beschäftigen.

Macht es mich glücklich, mich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen?
Die glücklichsten Länder der Erde sind die mit der geringsten ökonomischen Ungleichheit (Norwegen, Dänemark, Finnland, Schweden). Länder mit ähnlichen Voraussetzungen aber größerer ökonomischer Ungleichheit (USA, UK) haben dagegen deutlich größere Probleme mit sozialen und gesundheitlichen Problemen. Auch Mitgefühl, Vertrauen und sozialer Zusammenhalt sind in den Ländern mit geringer ökonomischer Ungleichheit höher (Verschiedene Zahlen dazu siehe http://inequality.org/facts/).
Aber Ungleichheit macht nicht nur den weniger wohlhabenden Teil der Gesellschaft unglücklich. Ich denke, dass viele Menschen, wenn sie an die existierende Ungerechtigkeit denken, ein schlechtes Gefühl oder sogar ein schlechtes Gewissen haben. Weitere Gründe, warum Ungleichheit auch ein Problem der wohlhabenden Gesellschaftsschichten sind, sind in folgendem Artikel sehr gut zusammengefasst (https://greatergood.berkeley.edu/article/item/why_inequality_is_bad_for_the_one_percent). Mich macht die Welt, wie sie gerade ist, unglücklich. Ich kann das also weiter verdrängen, oder etwas ändern. Und um aus dem Wirrwarr an Möglichkeiten etwas zu wählen, das mich auch glücklich macht, möchte ich weniger arbeiten. Dann habe ich weniger Geld.

Und damit kommen wir endlich zur Eingangsfrage: Was hat Glück mit Nachhaltigkeit zu tun?
Wenn ich weniger Geld habe, muss ich mich reduzieren. Das heißt, auf kleinerer Fläche leben, nur ein kleines oder kein Auto haben, weniger oder anders Reisen und weniger konsumieren. Das deckt die meisten Bereiche ab, die besonders wichtig sind, um Ressourcen zu schonen (für einen schönen Überblick der wirklich wichtigen Punkte zum CO2 sparen: http://de.green.wikia.com/wiki/Big_Points). Zu diesem Reduzieren kann aber auch gehören, wieder mehr im Austausch mit anderen zu leben: Carsharing oder Coworkingspaces sind Erfindungen der letzten Jahre, die versuchen, Ressourcen clever zu sparen und ein durch Teilen „mehr für alle“ daraus zu machen.
Auch Minimalismus ist ein eher neuer Trend, der in eine ähnliche Richtung geht. Sein Aufkommen spricht auch dafür, dass wir uns als Gesellschaft mit dem Besitz vieler Dinge eigentlich überfordert fühlen.
„Wer viel hat, hat auch viel Gepäck“ und so berichten viele, die sich freiwillig auf weniger Besitz beschränken von einem befreienden Gefühl und einer klareren Sicht auf die Dinge. Eine einfachere Lebensweise kann gerade aufgrund der Einsparung sehr bereichernd sein, zum Beispiel dadurch, dass man den Dingen wieder mehr Aufmerksamkeit schenken kann und sie dadurch wieder mehr wert-schätzt.
Arbeite ich weniger, habe ich weniger Geld, aber mehr Zeit. Das ermöglicht mir, diese wiederum in soziale Beziehungen zu investieren, aber auch ins Selbermachen. Ich muss kein Brot kaufen, ich kann es selber backen. Ich muss nicht schnell etwas Neues kaufen, wenn es kaputt geht, weil ich Zeit habe es zu reparieren. Ich habe Zeit, die Dinge mehr zu schätzen, die ich habe. Ich muss im Extremfall weniger Geld für Kinderbetreuung oder Pflege ausgeben, weil ich die Aufgaben selbst übernehmen kann. Diese Art, meiner Zeit zu investieren, trägt zum Zusammenwachsen der Gesellschaft bei und ist damit auch ein wichtiger Aspekt von sozialer Nachhaltigkeit.
Doch ich möchte gerne noch darüber hinaus gehen. Ich möchte meine Ideen und meine Motivation auch in die Welt hinaustragen. Glücklicherweise habe ich dafür genug Zeit. Und diese für andere zu investieren, macht wie gesagt glücklich. Ich muss die Welt, wie sie ist, nicht nur noch ertragen; meine Selbstwirksamkeit steigt; mein Optimismus, weil ich sehe, was alles passiert; meine Verbindung zu anderen Menschen…- aber das ist eine andere Geschichte.
Mir ist klar, dass sich nicht jeder Mensch einfach aussuchen kann, weniger zu arbeiten. Viele Menschen sind in Lebenssituationen oder haben Lebensmodelle in denen Vollarbeit notwendig ist, um finanziell über die Runden zu kommen oder schon laufende Kredite und andere Kosten zu decken.
Als erst von der Uni startende Menschen, sind die meisten aber noch nicht in dieser Weise gebunden und haben das Privileg, sich zu überlegen, wie sie ihr Leben in den nächsten Jahren gestalten wollen. Und dazu können ein paar Gedanken ganz hilfreich sein:
Macht es mich glücklich, weniger zu arbeiten? Macht es mich glücklich, mehr Zeit zu haben? Macht es mich glücklich, mich den Bildern der Werbung und der sozialen Medien auszusetzen? Macht mich Besitz glücklich? Macht mich dieser Kauf glücklich? Macht mich dieses Geld/diese Freundschaft/dieser Wohnort/… glücklich?
und
Ich bin dankbar. Für mein warmes Bett, mein frisches Leitungswasser, meine krisenfreie Heimatregion, meine Zukunftsmöglichkeiten, die Menschen um mich herum. Eine gute Übung dafür kann zum Beispiel sein, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen oder regelmäßig Worte des Dankes an andere zu schreiben.
Ich glaube daran, dass jeder Mensch dann am besten etwas zu einer lebenswerten und enkeltauglichen Zukunft beitragen kann, wenn er sein Herzensthema kennt und es mit Lust und Motivation weiter gibt. Vielleicht hast du dein Thema ja schon gefunden; nimm deine Verantwortung wahr und setze es ein.

Weiterführende Links
Zeitwohlstand:
http://nachhaltig-sein.info/umdenken/zeitwohlstand
http://www.postwachstum.de/was-ist-das-eigentlich-zeitwohlstand-20140217
Buch unter einer creative commons lizenz hier frei verfügbar:
https://www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org/wp-content/uploads/2012/07/Zeitwohlstand.pdf
https://goodimpact.org/magazin/so-erlangt-man-zeitwohlstand

Eine Zukunft ohne Arbeit?:
https://www.theguardian.com/news/2018/jan/19/post-work-the-radical-idea-of-a-world-without-jobs

Geld oder Zeit:

https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2016/sep/30/time-or-money-question-of-value-oliver-burkeman
Menschen mit Geldfokus neigen dazu, ihre Zeit seltener für andere Menschen einzusetzen, als die Menschen mit „Zeitfokus“ (Hershfield et al., 2016).

Zusammenfassung zu Materialismus, Dankbarkeit und Glück
https://greatergood.berkeley.edu/article/item/materialism_gratitude_happiness
Menschen, die viel Wert auf das materielle Erwerben von Produkten legen, wünschen sich ein höheres Einkommen und legen mehr Wert auf finanzielle Sicherheit, verglichen mit Menschen, denen Materialismus weniger wichtig ist. Außerdem legen sie weniger Wert auf Beziehungen zu anderen, geben mehr Geld für sich selbst und weniger für andere aus und sind weniger zufrieden mit ihrem Leben (Richins & Dawson, 1992).
Wem finanzieller Erfolg, Aussehen und soziale Anerkennung viel bedeuten, der hat im Schnitt häufiger mit körperlichen Krankheitssymptomen zu kämpfen und hat weniger das Gefühl, sich selbst verwirklichen zu können. Wer dagegen Selbstakzeptanz, Gemeinschaftsgefühl und Zugehörigkeit einen höheren Stellenwert einräumt, fühlt sich tendenziell besser und hat weniger Stress (Kasser & Ryan, 2016).

Dankbarkeit in Beziehungen:
https://greatergood.berkeley.edu/article/item/gratitude_is_for_lovers

Dankbarkeit (auch kritisch betrachtet)

https://greatergood.berkeley.edu/article/item/what_barbara_ehrenreich_gets_wrong_about_gratitude
https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2016/feb/12/gratitude-narcissistic-self-improvement-oliver-burkeman

Literaturverzeichnis
Burroughs, J. E., & Rindfleisch, A. (2002). Materialism and Well-Being: A Conflicting Values Perspective. Journal of Consumer Research, 29(3), 348–370. https://doi.org/10.1086/344429
European Commission. (2015). Paris Agreement. Retrieved from http://ec.europa.eu/clima/policies/international/negotiations/paris/index_en.htm
Gilovich, T., & Kumar, A. (2015). We’ll Always Have Paris. In Advances in Experimental Social Psychology (Vol. 51, pp. 147–187). Elsevier. https://doi.org/10.1016/bs.aesp.2014.10.002
Hershfield, H. E., Mogilner, C., & Barnea, U. (2016). People Who Choose Time Over Money Are Happier. Social Psychological and Personality Science, 7(7), 697–706. https://doi.org/10.1177/1948550616649239
Kasser, T., & Ryan, R. M. (2016). Further Examining the American Dream: Differential Correlates of Intrinsic and Extrinsic Goals. Personality and Social Psychology Bulletin, 22(3), 280–287. https://doi.org/10.1177/0146167296223006
Kraus, M. W., Côté, S., & Keltner, D. (2010). Social class, contextualism, and empathic accuracy. Psychological science, 21(11), 1716–1723. https://doi.org/10.1177/0956797610387613
Kraus, M. W., & Keltner, D. (2009). Signs of socioeconomic status: A thin-slicing approach. Psychological science, 20(1), 99–106. https://doi.org/10.1111/j.1467-9280.2008.02251.x
Leichenko, R. M., & O’Brien, K. L. (2008). Environmental change and globalization: Double exposures. Oxford: Oxford Univ. Press.
Park, N., & Peterson, C. (2006). Character Strengths and Happiness among Young Children: Content Analysis of Parental Descriptions. Journal of Happiness Studies, 7(3), 323–341. https://doi.org/10.1007/s10902-005-3648-6
Richins, M. L., & Dawson, S. (1992). A Consumer Values Orientation for Materialism and Its Measurement: Scale Development and Validation. Journal of Consumer Research, 19(3), 303. https://doi.org/10.1086/209304
Steffen, W., Richardson, K., Rockström, J., Cornell, S. E., Fetzer, I., Bennett, E. M.,. . . Sörlin, S. (2015). Sustainability. Planetary boundaries: Guiding human development on a changing planet. Science (New York, N.Y.), 347(6223), 1259855. https://doi.org/10.1126/science.1259855
Stellar, J. E., Manzo, V. M., Kraus, M. W., & Keltner, D. (2012). Class and compassion: Socioeconomic factors predict responses to suffering. Emotion (Washington, D.C.), 12(3), 449–459. https://doi.org/10.1037/a0026508
Tsang, J.-A., Carpenter, T. P., Roberts, J. A., Frisch, M. B., & Carlisle, R. D. (2014). Why are materialists less happy? The role of gratitude and need satisfaction in the relationship between materialismand life satisfaction. Personality and Individual Differences, 64, 62–66. https://doi.org/10.1016/j.paid.2014.02.009
van Boven, L., & Gilovich, T. (2003). To do or to have? That is the question. Journal of personality and social psychology, 85(6), 1193–1202. https://doi.org/10.1037/0022-3514.85.6.1193
Whillans, A. V., Weidman, A. C., & Dunn, E. W. (2016). Valuing Time Over Money Is Associated With Greater Happiness. Social Psychological and Personality Science, 7(3), 213–222. https://doi.org/10.1177/1948550615623842

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